Tokyo dieser Tage - 2
Auch im zweiten Band dieser Trilogie (vgl. BP/mp 25/776) will Kazuo im Alleingang einen Manga kreieren, der seinen Idealvorstellungen entspricht. Dazu steht er weiterhin in Verbindung mit ehemaligen Mitarbeitern und Mangaka. So besucht er zum Beispiel
den Zeichner Chosaku, ein herausragendes Talent, der nie wieder Mangas zeichnen will und seinen Lebensunterhalt mit der Illustration von Broschüren verdient. Durch Kazuos Besuch begegnet ihm jedoch sein Einhorn wieder, das ihn zu einer neuen Story inspiriert. Auch der Zeichner Aoki kann sein Talent nicht ausleben, denn auch er muss mit seiner tragischen Lebensgeschichte zurechtkommen. Die Einblicke in die Welt der Manga-Redaktionen sind ernüchternd. Überragende Geschichten müssen redaktionell überarbeitet werden, bis sie dem Mainstream entsprechen und sich gut verkaufen lassen. Eine leise Melancholie liegt über diesem Band, die in den Alltagsszenen zum Ausdruck kommt und von den hervorragenden, sensiblen Zeichnungen unterstützt wird. Für nachdenkliche Lesende sicher ein interessanter Einblick in das Manga-Business.
Ursula Reich
rezensiert für den Borromäusverein.
Tokyo dieser Tage - 2
Taiyo Matsumoto ; aus dem Japanischen von Daniel Büchner
Reprodukt (2025)
Tokyo dieser Tage ; 2
220 Seiten : teilweise farbig
fest geb.