Orkobello
Der Bürgermeister der Menschenfresser im Monsterland nennt sich Grollbold. Sein liebstes Hobby ist das Aufschlitzen von Mäusebäuchen. Er wartet auf die Ankunft eines weiteren Kindes und hofft, es möge diesmal ein Sohn sein. Seine Hoffnung wird
erfüllt, allerdings entspricht Orkobello so gar nicht dem typischen Monsterklischee. Er ist nämlich höflich, hübsch, weiß sich zu benehmen und lernt fleißig. Der Vater missachtet und meidet ihn. So auch sämtliche Schüler/-innen und Nachbarskinder. Orkobello lernt damit umzugehen. Nur gut, dass seine Mutter ihm ausreichenden Halt bietet. Das Schicksal will es, dass Orkobello nach seinem glänzenden Schulabschluss nach Mailand in die Menschenwelt geht. Er nennt sich fortan Bryan, studiert Modedesign und macht sich mit seinen außergewöhnlichen Kreationen schnell einen großen Namen. Obendrein verliebt er sich in eine Menschenfrau und sie möchten heiraten. Nun steht das Zusammentreffen der Familien in Mailand an. Aber wie kann man seine eigene Herkunft verheimlichen? Die Tatsache, dass die eigene Familie menschenfressende Monster sind und keine Manieren haben? Ein Buch über den Umgang mit Akzeptanz und Vorurteilen sowie den stetigen Vorsatz, sich selbst treu zu bleiben. Bevor die Geschichte Fahrt aufnimmt, müssen die Leser/-innen stark sein und manche Wortwahl und Beschreibung aushalten. Seien es die gelben Nikotinfinger des Bürgermeisters oder das Ohrfeigen des Babys durch die Hebamme, weil es so anders war ... Einige Ausdrücke stellen manches Müllmonster in den Schatten. Wer durchhält, wird belohnt und mit einer stimmigen Geschichte versöhnt.
Anja Kuypers
rezensiert für den Borromäusverein.
Orkobello
Fabrizio Silei ; mit Illustrationen von Fabrizio di Baldo ; aus dem Italienischen von Ingrid Ickler
Knesebeck (2020)
138 Seiten : zahlreiche Illustrationen
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 8