Gertrude Stein und ihr Salon der Künste
Ab 1903 lebte die aus einer wohlhabenden Familie stammende US-amerikanische Jüdin Gertrude Stein (1874-1946) zunächst mit ihrem Bruder Leo Stein und später mit ihrer Geliebten Alice B. Toklas in Paris. In der Rue de Fleurus nahe des Jardin du Luxembourg
unterhielt sie einen Kunstsalon, der sich in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg und in der Zwischenkriegszeit zu einem beliebten Treffpunkt der avantgardistischen Künstler- und Literatenszene entwickelte. Doch Stein verstand sich nicht nur als Kunstmäzenin, sondern unternahm selbst auch teils experimentelle Schreibversuche. In der vorliegenden Graphic Novel lassen zwei italienische Szenaristinnen und Zeichnerinnen einen fiktiven journalistischen Besucher und Freund aus der Rückschau einige Facetten aus dieser Pariser Zeit Steins erzählen: Ihr Einfluss auf das frühe literarische Werk Ernest Hemingways, der Ankauf erster Bilder des noch unentdeckten Henri Matisse und einige Begegnungen mit dem jungen Pablo Picasso, der ein Atelier auf dem Pariser Montmartre unterhielt, stehen dabei im Mittelpunkt der kurzen, kunstvoll in Bilder umgesetzten Geschichten. In die dialogischen Gespräche fließen dabei wohl auch manche Gedanken und kleine Textausschnitte aus Steins eigenem Schaffen ein. Geeignet für ausgebaute Sachbuchbestände.
Siegfried Schmidt
rezensiert für den Borromäusverein.
Gertrude Stein und ihr Salon der Künste
Valentina Grande ; Eva Rossetti ; aus dem Italienischen von Ingrid Ickler
Knesebeck (2023)
121 Seiten : farbig
fest geb.