Grad° jetzt
Louisa Schneider ist eine junge, auch auf den sozialen Medien präsente Journalistin und Klimaaktivistin. Im vorliegenden Buch schildert sie ihre vielfältigen Eindrücke ihrer von der Umweltschutzorganisation Greenpeace organisierten Reisen zu globalen
Klimabrennpunkten, die sie in den Amazonas-Regenwald, in die afrikanische Sahelzone des Senegals, in die kanadische Tundra, zum grönländischen Inlandeis und in die Korallenwelten des Great Barrier Riffs vor der Küste Australiens führte und sowohl die natürliche Schönheit dieser Welten als auch ihre menschengemachten Zerstörungen erleben ließ. Ihre anschaulichen und manchmal emotional berührenden Texte stellen das eigene, vermutlich manchmal auch journalistisch zugespitzte Erleben auf diesen Reisen in den Mittelpunkt und verdeutlichen die dramatischen Folgen eines oftmals bereits sehr bedenklich fortgeschrittenen Klimawandels. Wer sich mit den Sachverhalten gut auskennt, wird sich angesichts der Komplexität des Geschehens allerdings an manchen allzu plakativen Darstellungen, etwa der häufigen Idealisierung der vermeintlich im Einklang mit der Natur lebenden indigenen Bevölkerung und pauschale Schuldzuweisungen an einen ausbeuterischen Kapitalismus, stören. Mit ihren narrativen, von persönlicher Betroffenheit geprägten und zugleich auch Mut-machenden Texten kann die Autorin aber sicherlich viele am Klimaschutz Interessierte und Engagierte erreichen. Zudem ist dem Buch durch die Verbindung mit Greenpeace eine entsprechend große mediale Aufmerksamkeit gewiss. Eine Anschaffung ist daher durchaus überlegenswert.
Siegfried Schmidt
rezensiert für den Borromäusverein.
Grad° jetzt
Louisa Schneider
Knesebeck (2024)
271 Seiten : Illustrationen (farbig)
kt.