Verwandelt
Zum 100. Todestag des mit nur 40 Jahren 1924 an Tuberkulose verstorbenen berühmten Prager Schriftstellers Franz Kafka setzen die beiden Autoren sein Leben und sein literarisches Werk in eine grafische Erzählung um. Im deutschsprachigen jüdischen
Milieu der böhmischen Großstadt in der österreichisch-ungarischen k. u. k.-Monarchie sozialisiert, schloss Kafka nach dem Abitur ein Jurastudium mit einer Promotion ab. Danach arbeitete er recht erfolgreich als Angestellter in einer Versicherungsanstalt und wurde auch in die väterlichen Geschäfte eingespannt. Doch diese Betätigungen waren für ihn nur ein notwendiges Übel; seine bis zur Besessenheit reichende Passion lag auf einer umfangreichen literarischen Betätigung, in deren zahlreichen teils rätselhaften, grotesken und absurden Erzählungen er seine Ängste und Erfahrungen verarbeitete. Kafka litt zeitlebens unter seinem überstrengen Vater und hatte ein recht ambivalentes Verhältnis zu Frauen, sodass er trotz mehrfacher Verlobung vor einer dauerhaften Beziehung zurückschreckte. – Den beiden Autoren gelingt es ansprechend, diese komplexe Lebensgeschichte eines posthum zu einem der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftsteller des 20. Jh. erklärten Autors in einer grafischen Erzählung darzubieten. Kurze Dialoge wechseln mit Erzähltexten ab, denen bei sehr sparsamer Farbgebung holzschnittartig anmutende Grafiken unterlegt werden. Immer wieder werden Zitate aus Kafkas Tagebüchern und seitenlange Schlüsselszenen aus seinem literarischen Werk eingestreut. Daher ein eher anspruchsvolles Lesevergnügen für große Sachbuchbestände.
Siegfried Schmidt
rezensiert für den Borromäusverein.
Verwandelt
Thomas Dahms ; Illustration: Alexander Pavlenko
Knesebeck (2024)
127 Seiten : farbig
fest geb.