500 Streifzüge
Auf allen Kontinenten der Erde Spuren folgen, die namhafte Künstler hinterlassen haben, und sei es bloß in Buchform, das klingt verlockend. Die 13 Autoren mit englischklingenden Namen lassen bereits ahnen, dass die Vertreter der englischen Literatur
überrepräsentiert sein werden. Ihr Blick auf die Welt ist von europäisch-amerikanischem Interesse geprägt; deshalb nehmen Nord- und Mittelamerika und besonders Europa über 300 von den insgesamt 400 Buchseiten ein. Die einzelnen Beiträge können eine ganze Seite beanspruchen, wie z.B. bei den Brüdern Grimm, oder man lädt auf einer Viertelseite ein, etwa den Maler Paul Klee in München bei einem Gang von der Akademie der Bildenden Künste zum Lenbachhaus kennenzulernen. Mit Paul Gauguin werden die Betrachter einer Doppelseite mittels eines großen Naturfotos nach Tahiti eingeladen. Stets ist bei größerer Darstellung eine kleine Karte mit rot eingezeichnetem Wandervorschlag beigefügt. Auch ein Porträt fehlt nicht. In Rom, so der Vorschlag, kann man sich die Begegnung der Sängerin Tosca und des Malers Cavaradossi in der Kirche Sant'Andrea della Valle vorstellen und zum Palazzo Farnese weitergehen, wo in Puccinis Oper der Polizeichef Scarpia residiert. Dann in der Engelsburg wird Cavaradossi erschossen, und die verzweifelte Tosca springt in den Tod. Mit kurzen Skizzen und prächtigen Fotos lockt das Buch zu mehr oder weniger großen Zielen. Deren Auswahl sowie die der Künstler ist natürlich etwas subjektiv. Dazu passt auch, dass es z.B. für die Volksrepublik China nur eine einzige Empfehlung gibt. Die gewählte Schrift erscheint leider etwas klein. Trotzdem ein prächtiges Buch!
Bernhard Grabmeyer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
500 Streifzüge
herausgegeben von Kath Stathers ; aus dem Englischen von Claire Schmartz & [einem weiteren]
Knesebeck (2024)
400 Seiten : farbig
kt.