Individualverkehr
Als K über eine rote Ampel fährt, wird ihr der Führerschein für einen Monat entzogen. Um dennoch jeden Tag das Atelier zu erreichen, in dem sie malt und schreibt, bietet sie dem Bildhauer Z eine Vereinbarung an: Er darf über ihr Auto einen Monat
lang frei verfügen, solange er sie morgens und abends zwischen Wohnung und Atelier hin- und herfährt. Außerdem schlägt K vor, gemeinsam an einem künstlerischen Projekt zu arbeiten. Auf den täglichen Fahrten lernen sich die beiden immer besser kennen, es entsteht auch eine erotische Spannung, während gleichzeitig eine gewisse Distanz nicht überwunden wird. – Der autobiografisch anmutende Roman verarbeitet künstlerische Schaffensprozesse, profanen Alltag und schmerzhafte persönliche Traumata. Im immens verdichteten Schreibstil verbinden sich literarische Anspielungen, neue Wortschöpfungen und stark abstrahierte Bildsprache, oft mit humoristisch- sarkastischem Unterton. Eine Lektüre, die nur ein ausgewähltes Publikum ansprechen dürfte.
Marlene Knörr
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Individualverkehr
Lisa Kränzler
Verbrecher Verlag (2025)
197 Seiten
fest geb.