Denk an Famagusta
Baku, die Heimatstadt des Autors, am Kaspischen Meer im heutigen Aserbaidschan gelegen, ist geographischer Dreh- und Angelpunkt dieses überaus detailreichen und dichten Romans. Goldstein erzählt in einer Fülle einzelner Episoden die Geschichte der
jüdischen Bevölkerung in der Levante wieder, ihre Beziehung zu den anderen Kulturen der Christen und Muslime. In einem überreichen, bunten Kaleidoskop von Erzählungen schafft er anhand der Geschichten von Abenteurern und gescheiterten Existenzen, Schriftstellern, Konkubinen, Mördern und Mönchen, Schauspielern und starken Frauen ein ebenso wort- wie themengewaltiges Mosaik dieses ebenso interessanten wie vielfältigen Kulturkreises. - Goldstein, leider viel zu früh gestorben, gilt als einer der bedeutendsten jüdisch-russischen Schriftsteller der Gegenwart. Und wer sich diesen Roman zur Hand nimmt, wird schnell seinem Bann erliegen und die über 500 Seiten mit wachsender Leidenschaft lesen. Geeignet für Leser, die eine gewisse Erfahrung mit einem komplexen Schreibstil und Lust an epischer Breite haben. (Übers.: Regine Kühn)
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Denk an Famagusta
Alexander Goldstein. Mit e. Nachwort von Irina Prochorowa
Matthes & Seitz (2016)
535 S.
fest geb.