Tod und Nachtigallen
Erst nach seiner Hochzeit mit Catherine erfährt der irische protestantische Grundbesitzer Billy, dass Catherines sechs Monate später geborene Tochter Beth nicht seine Tochter ist. So sehr ihm seine Ehe mit einer Katholikin gute Geschäfte einbringt,
so unglücklich ist er mit seinem Privatleben. Immer wieder streitet er mit Catherine und wird dabei handgreiflich. Zudem beginnt Billy nach dem tödlichen Unfall seiner Frau, Beth sexuell zu belästigen, doch erst an ihrem 25. Geburtstag, dem 03.05.1883 beschließt Beth, Billys Übergriffen zu entkommen: mit ihrem Geliebten Ward will sie fernab ihrer geliebten Heimat ein neues Leben beginnen - nicht ahnend, dass Ward ein berechnender Gauner ist. Im traditionellen Erzählstil lässt McCabe seine ihm Rahmen der damaligen Verhältnisse authentischen fiktiven und historischen Figuren vor dem Hintergrund der irischen Befreiungskämpfe agieren. Immer wieder wechselnd zwischen den Perspektiven gelingt es ihm, einen Blick auf die politischen Verhältnisse Nordirlands und auf die Naturverbundenheit seiner Bewohner zu werfen. Den mit der irischen Geschichte wenig vertrautem Leser/-innen erleichtern die Anmerkungen des Übersetzers den Einstieg in diese Materie.
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Tod und Nachtigallen
Eugene McCabe ; aus dem Englischen von Hans-Christian Oeser
Steidl Pocket (2021)
287 Seiten
kt.