Sherlock Fox - 1. Der Jäger
Die Idee ist bestechend: Tiere leben friedlich in einer Gesellschaft zusammen, in der animalische Triebe tabu sind. Doch die Unterdrückung der Triebe funktioniert nur bedingt; Korruption, Gewalt und Gier haben auch hier ihren Platz. Bei der Recherche
zu einer Diebstahlserie kann Sherlock Fox die streng sanktionierte Beißattacke eines Zuhälters abwehren und diesen zu Informationen über den Täter zwingen. Jener Dieb wird als dekadenter, würdeloser Büffel aus den besseren Kreisen dargestellt, der um Strafe bettelt. In diesen Szenen spielt der Autor mit psychologischen Studien auf eher einfachem Niveau. Und der Grafiker schafft mit gelungenen Illustrationen eine Atmosphäre zwischen Dramatik und Satire. Zusammen mit dem Text entsteht so eine Charakterisierung der Gesellschaft, die der menschlichen gleicht, durch die animalischen Protagonisten treten aber die Verwerfungen deutlich hervor. Der Band endet mit einem Cliffhanger zu dem nächsten Fall. Dabei geht es um die Entdeckung von Knochen, die offensichtlich einem Zoophagen zum Opfer gefallen sind. Da Zoophagie (Verzehren von Tieren) strikt sanktioniert ist, wie bei uns Kannibalismus, erregt der Fall besondere Aufmerksamkeit. Der Comic enthält Elemente, die Manga-Leser begeistern mit Elementen europäischer Comic-Kultur, was den Zugang auch für weniger erfahrene Leser erleichtert. Als interessante und spannende Kriminalgeschichte empfehlenswert, das Einstellen von Folgebänden sollte aber eingeplant werden.
Lotte Schüler
rezensiert für den Borromäusverein.
Sherlock Fox - 1. Der Jäger
Text: JD Morvan. Zeichn.: Du Yu
Splitter (2014)
Sherlock Fox ; 1
63 S. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.