Schlafen werden wir später
Martha und Johanna kennen sich seit Kindertagen und beide verbindet große Nähe trotz räumlicher Distanz. Johanna ist Deutschlehrerin im Schwarzwald, lebt alleine und promoviert über Droste-Hülshoff. Martha ist Mutter von drei Kindern in Frankfurt
und wird durch Haushalt und Kinder in ihrer eigenen Berufung als Schriftstellerin ausgebremst. Beide kämpfen darum, ihre Lebensträume zu erfüllen und finden oft das Leben der anderen erstrebenswerter als das eigene. Sie erzählen sich von ihren täglichen kleinen und großen Erfolgen, Misserfolgen, von ihren Männern, von Tod, Krankheit und Geburt. Solche Berichte sind sicherlich für eine (hier fiktive) beste Freundin höchst spannend, für den Zuhörer eher nicht. Große Emotionen werden aufgefahren, aber für wen? Weniger ausschweifend könnten diese E-Mail-Dialoge vielleicht ein paar Denkanstöße geben. Eine so besondere Freundschaft, wie sie zwischen Johanna und Martha existiert, ist sicherlich wertvoll und kann das Leben unendlich bereichern. Auch das Fazit nach 467 manchmal quälend langweiligen Minuten ist beachtenswert: leben wir jetzt, schlafen werden wir später. Weniger ausschweifend, weniger larmoyante Nabelschau, und es wäre ein empfehlenswertes Stück für psychologisch Interessierte. So eher weniger.
Lotte Schüler
rezensiert für den Borromäusverein.
Schlafen werden wir später
Zsuzsa Bánk. Sprecherinnen: Ulrike Hübschmann ...
Audiobuch (2017)
6 CD (ca. 467 Min.)
CD