Am Wasser das Haus
Als der Maler Max Liebermann sich ein 7260 m² großes Areal am Wannsee kauft, entwirft er die Gestaltung von Garten und Haus zusammen mit seinem Freund Lichtwark. Ab 1910 lebt er hier mit seiner Frau und seinen Kindern. Häufig kommt auch seine geliebte
Enkelin zu Besuch, die während des NS-Regimes mit ihren Eltern in die USA fliehen muss. In der Sprache der damaligen Zeit gewährt Saiger Einblicke in die Entstehung des Anwesens und in das Leben Liebermanns, der 1935 stirbt. Die Autorin spürt den jeweils in der Villa im Laufe der Jahre lebenden Menschen nach und betrachtet dabei gleichzeitig den Werdegang der Familie Liebermann, deren Villa unter den Nazis in ein Heim für die Kinderlandverschickung umgewandelt wurde. In den 1950er-Jahren diente das Haus als Krankenhaus, 1972 war es das Vereinshaus eines Taucherclubs, verfiel danach, wurde restauriert und 2006 in Anwesenheit der aus den Staaten angereisten Urenkelin als Liebermann-Museum eröffnet. – Ein sehr poetisches Buch, das Interesse an dem Museum weckt, aber auch angesichts des traurigen Schicksals der Familie Liebermann betroffen macht.
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Am Wasser das Haus
Magdalena Saiger
Edition Nautilus (2025)
188 Seiten
fest geb.