Unser Sommer endet nie

Für Emma und Agathe ist das Haus der Großmutter Mima im Baskenland ein sicherer Hafen, der ihnen Halt und Stabilität gibt. Die jährlichen Sommerferien an der französischen Atlantikküste und die liebevolle Fürsorge der Großeltern bedeuten für Unser Sommer endet nie die Mädchen eine Auszeit aus dem Familienalltag, in dem nach einem tragischen Unfalltod der Vater fehlt und die Mutter ihre Überforderung nicht immer in den Griff kriegt. Jetzt wird das Haus ausgeräumt und verkauft. Für die Schwestern heißt es einerseits Abschied nehmen – von der eigenen Kindheit und den gleichermaßen unbeschwerten wie auch belastenden Erinnerungen. Andererseits geht es auch um den Versuch, nach der fünfjährigen Funkstille die Nähe und Verbindung zueinander wieder herzustellen. In tagebuchartigen Rückblenden auf das „Gestern“ und Szenen aus der gemeinsamen Augustwoche im „Jetzt“, abwechselnd aus der Perspektive von Emma und der fünf Jahre jüngeren Agathe erzählt, betritt der lesenswerte Sommerschmöker das literarische Terrain mit ernsten und sensiblen Themen wie dem Parentifizierung-Syndrom, psychischen Erkrankungen sowie verbale und physische Gewalt gegenüber Kindern in der Familie. Insgesamt entfaltet Virginie Grimaldi in ihrem Roman eine lebensnah erzählte Familiengeschichte mit emotionalem Tiefgang, in der Verletzungen und Wunden genauso ihren Platz haben wie liebevolle, glücksspendende Rituale. Breite und nachdrückliche Empfehlung!

Slávka Rude-Porubská

Slávka Rude-Porubská

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Unser Sommer endet nie

Unser Sommer endet nie

Virginie Grimaldi ; aus dem Frazösischen von Sabine Schwenk
Eisele (2026)

351 Seiten
kt.

MedienNr.: 756065
ISBN 978-3-96161-282-6
9783961612826
ca. 17,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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