Unterwasserblau
Jessica und Ingwer sind schon lange verheiratet und eigentlich glücklich. Da es mit ihrer eigenen Familie problematisch war und sie sich mit ihrer Mutter nie gut verstanden hat, freut sie sich umso mehr, eine tolle Schwiegerfamilie gefunden zu haben.
Ingwer hat drei Brüder, die alle tolle Frauen und Kinder haben. Bei einem Familienfest erhält sie die Nachricht vom Tod ihres Vaters. Er war der Einzige, mit dem sie aus ihrer Familie überhaupt noch Kontakt hatte. Von Sandra, ihrer ältere Halbschwester, wurde sie schon als Kind abgelehnt und ihre Mutter war alles andere als herzlich und nie glücklich. Sie konnte den frühen Tod von Jessicas Zwillingsschwester nicht überwinden. Kurze Zeit später wird ihre Mutter zum Pflegefall und Sandra bittet Jessica um Unterstützung. Die beiden kommen sich näher und arbeiten ihre Kindheit auf. Allerdings muss sich Jessica dieser Herausforderung allein stellen, zwischen Ingwer und ihr kriselt es heftig. Ingwer hat sich vorübergehend von ihr getrennt. Jessica muss nun die Scherben ihres Lebens allein beseitigen. Beim Aufräumen im Haus ihrer Mutter entdeckt sie ein Geheimnis und versteht so im Rückblick so einiges. – Das Buch ist flüssig zu lesen. Nach und nach erfährt man Jessicas ganze Familiengeschichte und warum die verschiedenen Personen so agiert haben. Jessica wird im Laufe des Buches unabhängiger und löst sich von den Fesseln der Vergangenheit. Ein Buch darüber, wie ein dramatisches Erlebnis das Leben einer ganzen Familie zerstören kann, aber auch darüber, wie schrecklich es ist, über alles zu schweigen, vertane Chancen auszuhalten und wie man daraus eine Lehre fürs zukünftige Leben ziehen kann.
Melanie Bremer
rezensiert für den Borromäusverein.
Unterwasserblau
Petra Hucke
Eisele (2025)
252 Seiten
fest geb.