Schneewittchen
Zu den Klassikern der "Kinder- und Hausmärchen" der Brüder Grimm gehört "Schneewittchen". Die Geschichte von der Königstochter, die wegen ihrer Schönheit von der bösen Stiefmutter verfolgt wird und bei den sieben Zwergen Unterschlupf findet,
enthält die für Märchen so bezeichnenden Merkmale wie Heldentum und Hinterlist, Ritterlichkeit und Grausamkeiten und natürlich ein Happy End. Hier bietet sich wahrlich eine Adaption mit starken Bildern an. Was den jungen Lesern dieser Graphic Novel jedoch zugemutet wird, ist schlichtweg inakzeptabel. Die Szenerien wurden wie so oft ins Mittelalter verlagert, an Burgen, Rittern und langen Gewändern mangelt es also nicht. Doch hat es keine Epoche verdient, mit so viel Kitsch überzogen zu werden. Farbgebung, Ornamentik und Weichzeichner versetzen die Szenen in schwer erträgliche Bildräusche. Noch ärger ergeht es aber den Lesern bzw. Vorlesern, denn diese Sprache ist in dieser Weise noch nie gesprochen worden und wird von keinem Kind verstanden. Jede Seite bietet unfreiwillig komische Sentenzen. Fazit: ein unnötiges Buch, das rein gar nichts mit dem Originaltext zu tun hat und das schlimmstenfalls den Kindern das Lesen verleiden wird.
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
Schneewittchen
nach dem Märchen der Gebrüder Grimm. Adaption: Lylian. Zeichn.: Nathalie Vessillier
Splitter (2018)
79 S. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 10