Die Kunst der Ausrede
Trotz bester Absichten fällt konsequenter Umwelt- und Klimaschutz schwer. Das zeigt sich im Kleinen, wie in den Privathaushalten, aber ebenso im Großen in der Politik, der Wirtschaft und der Gesellschaft. Warum dies so ist, zeigt eindrücklich und
mit einer Prise Humor der Autor, der promovierter Psychologe und Professor für Innovations- und Nachhaltigkeitsforschung in Graz ist. Er stellt hier nämlich 25 Ausreden vor, hinter denen die verschiedensten Gründe für Selbsttäuschung, Verleugnung der Tatsachen und Wahrnehmungsverzerrungen stehen, die eine begrenzte Rationalität zeigen, aber letztlich nicht stichhaltig sind. Ein paar Beispiele: "Klimaschützen nützt mir nichts". "Dann müsste ich ja meine Gewohnheiten ändern." "Ich hatte ja gute Absichten." "Neue Technologien werden das Klima retten." "Klimaschutz schadet der Wirtschaft und damit uns." Verständnisvoll erläutert Brudermann die Ursachen dieser Ausreden, zeigt die Psychologie dahinter auf und stellt sie in den richtigen Zusammenhang. Am Ende gibt es eine Tabelle mit kurzen Antworten auf die Ausreden. Erstaunlich ist die Fülle der Ausreden, die sehr viele Menschen am aktiven Handeln hindern. Ein Umdenken ist nötig. Als Argumentationshilfe bei Unterhaltungen oder Partys bestes einsetzbar. Büchereien jeglicher Größe nachdrücklich zu empfehlen.
Michael Mücke
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Kunst der Ausrede
Thomas Brudermann ; mit Illustrationen & Grafiken von Annechien Hoeben
oekom (2022)
254 Seiten : Illustrationen
kt.