Manchmal hat das Glück zwei Flügel
Das schmale Bändchen vereinigt eine breite Palette des Begriffs Engel. Von Menschen, deren Handlungen als die von Engeln wahrgenommen werden, wie die bedürftige alte Frau, die einer Helferin zur Lichtgestalt wird. Andere Geschichten vermenschlichen
die Himmelsboten, die einander Briefe schreiben, wie es ihren irdischen Schützlingen ergeht. Oder beschreiben eine fiktive Engelausbildung. Selbst der gebräuchliche Nachname Engel verbindet sich mit der Frage, ob jemand an Engel glaube. – Das Büchlein passt zur sich ausbreitenden Angelomania, die sich weitgehend in Verniedlichungen aus Draht, Holz und Gips als Dekorationsgegenstände niederschlägt. Nimmt man Dietrich Bonhoeffers Liedzeile "Von guten Mächten wunderbar geborgen" als Maßstab eines Engelbildes, kann man in den einzelnen Geschichten immerhin das Geborgensein wiederfinden. Mächte, wie in der Bibel eine Engelgruppe benannt wird, also himmlische Gewalten, sind es wohl weniger. Aber das dürfte so wohl auch im Sinne der meisten Leserinnen und Leser sein.
Pauline Lindner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Manchmal hat das Glück zwei Flügel
Rainer Haak
bene! (2024)
192 Seiten : Illustrationen
fest geb.