Zukunftslust
Der Professor für Maschinenbau an der RWTH Aachen schlägt kühn Breschen des Unternehmergeistes in den hiesigen Verhau aus Untergangslust und Dystopie. Keine der vielfältigen Krisen unsrer Tage sei ein unentrinnbares Schicksal. Im Gegenteil, für
die allermeisten wären Lösungen bereits vorgedacht – und werden vorgestellt. Wobei der bekennende Katholik, dem franziskanischen Geist zuneigend, technische Innovationen mit sozialen und ökologischen Elementen zu einem systemischen Ganzen vereint. Ausgelaugte Böden sanieren? Städte umgestalten? Mobilität ohne Naturbelastung? Alles kein Problem, wenn wir nur wollten. Mit einer jungenhaften und doch ansteckenden Begeisterung nimmt das Buch mit in lebenssatte Zukunftswelten. Der Autor blickt zuweilen zurück aus den Jahren 2035 oder gar 2050 auf dann Erreichtes und schildert, wie trotz Problemen vieles gut wurde. Wenn es um die Umsetzung von Ideen geht, bricht Kampker bündelweise Lanzen für Graswurzelbewegungen. Staatlich verordneter Gigantismus scheint ihm verdächtig. Kampker fordert gelegentliches Scheitern als unvermeidlich für den Fortschritt geradezu ein. Sporadische Provokationen wie die Enteignung von Sparguthaben für die Finanzierung der Projekte sieht man dem Mutmacher gerne nach. Wer so mitzureißen versteht, der darf auch mal übers Ziel hinausschießen. – Sehr lesenswert. Bereichernd für alle Bestände.
Werner Wagner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Zukunftslust
Achim Kampker
bene! (2024)
215 Seiten : Illustrationen (teilweise farbig)
fest geb.