Ratten

Der Band versammelt drei Hefte der in Berlin lebenden dänischen Comiczeichnerin Karla: In „Verbranntes Fleisch“ raucht und trinkt sie mit der minderjährigen Tochter einer Freundin in ihrer Wohnung, was dem Mädchen ebenso schlecht bekommt wie Ratten das vorher entwendete, verbrannte Hähnchen dem italienischen Hund eines Freundes. Den Modeschmuck einer Freundin verkauft die Protagonistin in „Rattenhoden“ auf dem Markt und versucht mit dem attraktiven Künstler am Nebenstand anzubändeln. In „Anti-Baby“ zeigt sie sich genervt vom Nachwuchs ihrer Freundinnen sowie dem Lebenswandel und Geldmangel ihres Mannes. Schließlich will sie dem Kinderwunsch ihres unrasierten Lebenspartners doch nachgeben – mit bitteren Folgen. An einer Stelle charakterisiert sich Karla Paloma als Zeichnerin von Gewalt- und Sex-Comics. Auf ersteres verzichtet sie in den autobiografisch angehauchten Alltagsabenteuern – das zweite erfolgt neben diversen derben Einlagen umso mehr. Die bewusst einfach gehaltenen Underground-Comics blicken respektlos auf den Alltag einer Berliner (Lebens-)Künstlerin. Die Anti-Establishment-Haltung zielt bewusst auf Entgleisungen ab.

Gregor Ries

Gregor Ries

rezensiert für den Borromäusverein.

Ratten

Ratten

Karla Paloma
avant-verlag (2025)

163 Seiten
kt.

MedienNr.: 621689
ISBN 978-3-96445-135-4
9783964451354
ca. 25,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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