Barcelonas dunkles Herz
Während des Zweiten Weltkriegs findet man die Mutter des kleinen Carlitos im zerstörten Haus der Familie ermordet auf. Der Junge kommt bei einer befreundeten Familie unter, wo sich Tochter Paula schließlich in ihn verliebt. Als junger Mann arbeitet
er als Aushilfe in Frankreich bei einer attraktiven Gemüsehändlerin, die ihn mit der Schmugglerszene vertraut macht. Derweil verdächtigt ihn ein intriganter Polizist, für Frauenmorde verantwortlich zu sein, da Carlito sich an der Hand verletzt hatte. Als Don Carlos steigt der Heimkehrer zu einem mächtigen Unternehmer mit Kontakten zur Unterwelt auf, begeht selbst Morde und hat trotz Heirat mit Paula zahlreiche Affären in der Nachtclubszene. In seinem gewohnten, an der Ligne Claire angelegten Stil taucht Pellejero tief in Barcelonas Halbwelt ein. Atmosphärisch dicht und teils in Rückblenden fesselnd erzählt, wirkt der von drei Zeichnern und zwei Autoren entwickelte epische Blick auf Spaniens Geschichte zwischen Serienkiller-, Kommunistenjagd, Familiendrama, Generationskonflikt mit Kampf gegen den Adoptivsohn und Unterweltskrimi thematisch etwas überladen.
Gregor Ries
rezensiert für den Borromäusverein.
Barcelonas dunkles Herz
Pellejero, Torrents, Pardo, Lapière, Jakupi ; aus dem Französischen von Resel Rebiersch
schreiber&leser (2024)
144 Seiten : farbig
fest geb.