Sein letzter Flug
Hugo Pratt veröffentlichte die einzelnen Geschichten bereits in den 1990er-Jahren mit dem ihm eigenen Blick auf Kriegsszenarien (s.a. "Fort Wheeling" – BP/mp 24/127, 770). Wer bei "Sein letzter Flug" nur mit der Skizzierung Saint-Exupérys letzten
Einsatzes rechnet, den erwartet viel mehr: vier weitere Geschichten über Agenten, tödliche Missionen in Italien, Abessinien und Afrika im Luft- aber auch Landkrieg, über Soldatenfreundschaften, unerfüllte amouröse Beziehungen zu stark gezeichneten Frauen … So sind die Helden der einzelnen Episoden eher einsam und haben festen Wertvorstellungen, für die sie unerschrocken ihr Leben einsetzen. Saint-Exupérys letzter Flug ist streckenweise etwas verwirrend, da die Leser:innen durch ständig wechselnde Zeitschienen und entsprechend unterschiedliche Flugzeugtypen, die sein Leben Revue passieren lassen, herausgefordert werden. – Die Illustrationen, teils sehr detailliert (Flugzeuge), teils grob mit Schattenstrichen und mit reduzierter Kolorierung sind der Thematik angemessen. Zu Beginn und Ende des Sammelbandes sowie als Einstieg in die einzelnen Geschichten gibt es einige sehr ansprechende Aquarellzeichnungen. Künstlerisch gut umgesetzt, allerdings eher Nischenliteratur und nur für größere Bestände einsetzbar.
Margit Düing Bommes
rezensiert für den Borromäusverein.
Sein letzter Flug
Hugo Pratt ; aus dem Italienischen von Resel Rebiersch
schreiber&leser (2024)
312 Seiten : farbig
fest geb.