Zum Sterben schön
Beuriot und Richelle sind bei uns durch die neunbändige deutsch-französische Erzählung aus der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs "Unter dem Hakenkreuz" (zuletzt BP/mp 24/479) bekannt geworden. Nun publiziert der gleiche Verlag
mit "Zum Sterben schön" ein frühes, in Frankreich erstmals 1995 erschienenes und zwanzig Jahre später überarbeitetes Einzelwerk der beiden Autoren. In diesem in Spanien angesiedelten Krimiplot erhält der Bummelstudent Hugo aus Barcelona einen merkwürdigen Anruf aus Andalusien: Dort soll eine verwirrte junge Frau seine Telefonnummer in der Hand gehabt haben. Sofort macht er sich auf den Weg in den Süden Spaniens. Aber auch ein anderer Mann, der vor nichts zurückzuschrecken scheint, sucht nach dieser inzwischen spurlos verschwundenen Frau. Es entwickelt sich ein spannendes Abenteuer mit überraschenden Wendungen und einem nicht vorhersehbaren Ende. Farbgebung und Motivwahl der Zeichnungen gefallen und fangen die südspanische Atmosphäre der Handlungsorte gut ein. Deutliche Abstriche sind jedoch in diesem Frühwerk Beuroits hinsichtlich der Mimik und Gestik der agierenden Personen zu machen; hier wirken die Charakterdarstellungen auf etlichen Panels zeichnerisch wenig gelungen und beeinträchtigen damit den Lesefluss. Deshalb nur bei Bedarf für große Bestände ratsam.
Siegfried Schmidt
rezensiert für den Borromäusverein.
Zum Sterben schön
Jean-Michel Beuriot - Zeichnung ; Philippe Richelle - Szenario ; aus dem Französischen von Resel Rebiersch
schreiber&leser (2024)
83 Seten : farbig
fest geb.