Die verlorenen Briefe
In einer Welt, in der Fische und andere Wasserwesen selbstverständlich mit den Menschen kommunizieren, lebt Iode alleine in einer kleinen Hütte am Meer und wartet jeden Tag auf einen besonderen Brief von seiner Mutter, der jedoch nie ankommt. So
entschließt er sich, in die Stadt zu fahren, um bei der Post nach dem Brief zu fragen. Unterwegs nimmt er Francine mit, eine Anhalterin, die in einer geheimen Mission unterwegs ist. Das bringt die beiden in Gefahr und in Konflikte mit der Inselpolizei, aber auch langsam zueinander. So erfahren sie manches über ihre verborgenen Geheimnisse und die dunklen Seiten ihres Lebens, dessen Schwere Francine letztlich nicht ertragen kann. Mit bunten Farben, großformatigen Bildern und zeichnerisch ein wenig an Mangas angelehnt, erzählt der Autor eine komplexe fantastische Geschichte mit manchen überraschenden Wendungen, die aber zugleich nicht frei ist von einigen logischen Brüchen. Dabei werden immer wieder auf der Beziehungsebene auch ernste Themen berührt. Und wegen des letztlich unkommentierten Suizids der Protagonistin am Ende der Erzählung sollte eine Lektüre gefestigten, älteren Jugendlichen und Erwachsenen vorbehalten bleiben. Nur für ausgebaute Comic-Bestände.
Siegfried Schmidt
rezensiert für den Borromäusverein.
Die verlorenen Briefe
Jim Bishop ; Übersetzung: Swantje Baumgart
Cross Cult (2022)
200 Seiten : farbig
fest geb.