Lea
Martin will sich 1991 nach seinem Volontariat „etwas Gutes“ tun und fliegt spontan nach Israel. In Tel Aviv lernt er Lea, eine Studentin der Politik und Philosophie, kennen und verliebt sich in sie. Eine friedliche und kooperative und versöhnliche
Lösung zwischen Palästinensern und Juden ist ihr Hauptanliegen, wofür sie auch demonstriert. Martin kommt auch mit Leas Großvater ins Gespräch, der Auschwitz überlebt hat und an Martin sehen soll, dass Deutsche heute andere Menschen als damals sind. 2021 sieht Martin zufällig im deutschen Fernsehen, wie eine israelische Delegation nach München kommt, mittendrin Lea, die er unbedingt wiedersehen will. Während ihres Aufenthalts besuchen beide auch das KZ Dachau. Martin ist hin- und hergerissen, denn seine Ehe mit Anne ist schon lange nicht mehr glücklich. Nur die gemeinsame Tochter, Lara, ist das Bindeglied. Als sie ausgerechnet am Tag des geplanten Abschieds von Lea ins Krankenhaus muss, wird Martin klar, dass seine unbedingte Liebe zu Lara das Allerwichtigste ist. – Michael Kleinherne, Journalist und Dozent für Kreatives Schreiben, ist es am Beispiel eines Deutschen und einer Israelin gut gelungen, geschichtliches Denken, Realität und Liebe „unter einen Hut zu bringen“.
Berthold Schäffner
rezensiert für den Borromäusverein.
Lea
Michael Kleinherne
Kulturmaschinen (2024)
209 Seiten
kt.