Scrooge
Weihnachten mit dem Zwang zu wohltätigen Zwecken ist dem hartherzigen Scrooge ein Graus. Für ihn zählt nur sein Geld, das er gerne zählt. Nachdem er grob alle Bittsteller und seinen Neffen abgewiesen hat, verzieht er sich in seine schäbige Wohnung
und wird vom Geist seines verstorbenen Compagnons, dem ebenso geizigen Marley, besucht. Der zeigt Scooge als Geist dessen Vergangenheit, als er wegen seiner Arbeit die Liebe seines Lebens verlor. Er zeigt die Gegenwart, in der sein schlecht bezahlter Angestellter kaum seine Familie ernähren und schon gar nicht die notwendige Operation seines Sohnes Tim finanzieren kann. Und er zeigt die düstere Zukunft, in der der tote Scrooge von niemandem betrauert wird und der kleine Tim viel zu früh stirbt. Die Rollen der drei Geister der Weihnacht übernimmt hier ein reuevoller Marley, der Scrooge vor dem gleichen Schicksal bewahren will, das er selbst erlitt: ewige Verdammnis wegen Geiz und Hartherzigkeit. Schaudernd erkennt Scrooge seine eigene, düstere Zukunft und sofort wird er großzügig, mitfühlend und zum beliebtesten Mann der Stadt. Am Ende feiert Scrooge mit den anderen ein fröhliches Weihnachtsfest. Er hat die düstere Stimmung der Zeichnungen seines alten Lebens verlassen und taucht fröhlich ein in die Szenen mit bunten Farben und geselligem Feiern. Der Austausch der drei Geister der Weihnacht gegen Marley schadet der Geschichte überhaupt nicht, macht sie sogar auch für Kinder geeignet, mindestens ab 8 Jahren. Und auch Erwachsene können sich an den liebevollen Zeichnungen erfreuen. Überall geeignet.
Lotte Schüler
rezensiert für den Borromäusverein.
Scrooge
nach der Erzählung von Charles Dickens ; Szenario: Rodolphe ; Zeichnungen: Estelle Meyrand ; aus dem Französischen von Tanja Krämling
toonfish (2021)
47 Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 8