Der geheime Garten
Mary lebt als verwöhntes Herrschaftskind in Indien, bis ihre Eltern an Cholera sterben. Die Waise wird zu einem Verwandten in ein englisches Schloss gebracht. Ihren allgemeinen Unmut lässt sie ungehemmt an allen, auch dem immer gutgelaunten Hausmädchen
Martha, aus. Diese schwärmt davon unbeeindruckt von der Schönheit der Natur und des Schlossgartens. Mary wird neugierig und beginnt, den Garten mit seinen Tieren und Blumen zu besuchen. Immer mehr lässt sie den positiven Einfluss der Natur, anderer Menschen und der Tiere des Gartens zu und blüht dabei selbst auf. Als sie Colin, den versteckt und angeblich sterbenskrank in einem Zimmer lebenden Sohn des Hauses, entdeckt, gelingt es ihr, diesen mitzureißen. Auch seine schwer traumatisierte Seele wird geheilt, als er sein Krankenlager verlässt, um sich auf den Garten mit all seiner Schönheit einzulassen. Die Geschichte erschien 1917 als Kinderbuch in England, wurde verfilmt und liegt nun illustriert vor. Der Illustratorin ist es mit ihren Mitteln gelungen, den Charme und die positive Aura des Gartens, der Blumen und der Natur zu vermitteln. Auch wenn der Optimismus der Geschichte die Realität übertrifft, so steckt doch ein Funke Wahrheit darin. Egoistisches Anspruchsdenken und Überheblichkeit sind keine gute Grundlage für kindliche Seelen. Und die Natur kann ein guter Lehrmeister sein, wenn man sich darauf einlässt. Ähnliches postulierte schon Jean Jacques Rousseau im 18. Jh. mit seinem Aufruf „zurück zur Natur“, hier in einem kindgerechten Comic mit optimistischer Botschaft umgesetzt - wahrscheinlich fern der Realität. Zumindest lädt die Grafik zum fröhlichen Spaziergang durch die Seiten ein.
Lotte Schüler
rezensiert für den Borromäusverein.
Der geheime Garten
Szenario, Zeichnungen: Maud Begon ; nach dem Roman von Frances H. Burnett ; aus dem Französischen von Désirée Schneider
toonfish (2024)
196 Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 9