Der kleine Hase und die alte Weide

Von wem die Stimme kommt, weiß das Häschen nicht. Dass sie ihm einflüstert, er solle einen sicheren Platz zum Großwerden suchen, beherzigt es. Auf einer Wiese wird es fündig. Dort steht eine alte Weide, die ihre Zweige öffnet, um dem Tier ein Der kleine Hase und die alte Weide sicheres Zuhause zu geben. Eines Nachts tobt ein gewaltiger Sturm durch den Wald. Die alte Weide beschützt alle Lebewesen um sie herum mit aller Kraft. Als die Sonne aufgeht, sieht man die Schäden am Baum, die das Unwetter angerichtet hat. Äste der Weide sind abgebrochen, sie ist für immer verändert. Jetzt können sich das Häschen und die anderen Tiere revanchieren, indem sie ihre alte Freundin wieder heil machen. – Neben der berührenden Geschichte über Geborgenheit, Verlust und Heilung ist es vor allem die Bildsprache, die dieses Bilderbuch zu etwas Besonderem macht. Die Illustrationen wirken wie mit einem feinen Weichzeichner versehen, die Farbfläche scheinen zart ineinanderzufließen und verleihen den Szenen eine fast traumhafte Atmosphäre. Die Palette reicht von sanftem Grün bis zu dunkleren Farben in der Sturmnacht und schafft so eindrucksvolle Kontraste zwischen Geborgenheit und Gefahr. Besonders eindringlich ist das Spiel mit den Größenverhältnissen: das winzige Häschen im Schatten der mächtigen Weide verdeutlicht, wie klein und verletzlich man sich fühlen kann, und wie groß der Schutz ist, den Fürsorge und Liebe zu schenken vermögen. Dieses Zusammenspiel von Erzählung und Bildkunst zieht nicht nur Kinder in seinen Bann.

Martina Mattes

Martina Mattes

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Der kleine Hase und die alte Weide

Der kleine Hase und die alte Weide

Anitra Rowe Schulte ; illustriert von Christopher Denise ; aus dem Englischen übersetzt von Kristina Kreuzer
von Hacht Verlag GmbH (2025)

[48] Seiten : farbig
fest geb.

MedienNr.: 622898
ISBN 978-3-96826-062-4
9783968260624
ca. 18,00 € Preis ohne Gewähr

Borromäus-Altersempfehlung: ab 4
Systematik: KK
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