Glückspilz

Menschen neigen dazu, ihre Lebensbedingungen zu vergleichen und vor allem Kinder kommen dann oft zu dem Ergebnis, dass andere es besser haben als sie selbst, vielleicht sogar Glückspilze sind. So ergeht es auch dem Ich-Erzähler. Was für ein Glückspilz Glückspilz ist doch der Freund Deniz, Spielzeuge ohne Ende und ein Haustier! Oder der Bruder Matteo – da er blind ist, kann er dank Braille-Schrift nachts auch ohne die von den Eltern konfiszierte Taschenlampe lesen; da er blind ist, hat er einen Blindenhund, genau genommen eben auch ein Haustier u.v.m. Kann der Leser den Neid auf Deniz noch nachvollziehen, so stellt sich in Bezug auf Matteo ein "verkehrte-Welt"-Gefühl ein: ein blindes Kind als Glückpilz zu bezeichnen? Der Ich-Erzähler kommt schließlich zu der Erkenntnis, dass er selbst ein Glückpilz ist, da er doch einen tollen Freund und einen tollen Bruder hat und den (jungen) Leser:innen wird deutlich, dass es in jeder Form von Sein positive und weniger positive Aspekte gibt und letztlich alles eine Frage der persönlichen Bewertung ist. – Ein sehr ungewöhnlicher und sehr gelungener Ansatz, mit wertenden Vergleichen und auch mit Beeinträchtigungen umzugehen. Breit empfohlen, geeignet ab 5 Jahren.

Birgit Karnbach

Birgit Karnbach

rezensiert für den Borromäusverein.

Glückspilz

Glückspilz

Lawrence Schimel ; Illustration: Juan Camilo Mayorga ; übersetzt aus dem Englischen von Maxime Pasker
Carl Auer (2024)

Carl-Auer Kids
[40] Seiten : farbig
fest geb.

MedienNr.: 619763
ISBN 978-3-96843-056-0
9783968430560
ca. 19,95 € Preis ohne Gewähr

Borromäus-Altersempfehlung: ab 5
Systematik: KK
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