Die Mütter
Sylvia hat als Ethnologin im Südwesten Chinas, an der Grenze zum Tibet, die Mosuo erforscht. Das Volk lebt in matriarchalen Strukturen. Die junge Atscho wurde von ihrem Volk ausgestoßen und Sylvia kann sie mitnehmen in ihre Schweizer Heimat. Atscho
sorgt für ihre Retterin, ihren Mann und die drei Töchter nach den Regeln der Mosuo. Sie bleibt, nachdem das Ehepaar sich getrennt hat, bei den Töchtern, die entsprechend ihrer Mosuo-Erziehung leben: Schwestern trennen sich nicht und Männer sind nur gelegentlich nachts zu Besuch. Den Schwestern/Müttern und Atscho stellen sich in ihrer Züricher Großstadtwohnung mit dem zunehmenden Alter der Kinder Aufgaben, die mit der tradierten, matriarchalen Lebenskultur wenig kompatibel sind. Der Ich-Erzähler Anton, einer von zwei Jungs im Kinderreigen, übernimmt schließlich nach dem Tod von Atscho als Hausmann die zentrale Familienrolle. - Ein gekonnt geschriebener, unorthodoxer Liebesroman mit Ausflügen in eine unbekannte, sehr reale Welt. Breit empfohlen.
Rolf Pitsch
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Mütter
Stefan Györke
Steidl (2023)
223 Seiten
fest geb.