Herr Ernst kauft eine Katze
Herr Ernst liebt Ordnung, Struktur und vor allem sinnvolle Beschäftigungen – je mehr, desto besser. Spontane Momente oder Abweichungen vom Plan machen ihn nervös. Um nichts dem Zufall zu überlassen, plant er seine Tage akribisch durch, auch wenn
sie sich dabei kaum voneinander unterscheiden. Als er eines Tages erfährt, dass das Schnurren von Katzen beruhigend wirken soll, ist sein Interesse geweckt – ein neuer Punkt auf seiner Liste. Natürlich nähert er sich dem Thema auf gewohnte Weise: mit Fachlektüre, Planung und gründlicher Vorbereitung. Doch die Begegnung mit dem Kater verläuft anders als erwartet – und stellt sein durchgetaktetes Leben ganz leise auf den Kopf. – Die polnische Autorin Roksana Jedrzejewska-Wróbel erzählt diese Geschichte feinfühlig und mit klarem Blick für innere Prozesse. Adam Pekalskis kantige, grafisch präzise Illustrationen spiegeln den Charakter der Hauptfigur und überraschen mit liebevoll-humorvollen Details. Mimik und Gestik sprechen Bände – ein starkes Zusammenspiel von Text und Bild. Ein kluges, nicht alltägliches Bilderbuch über Stress, Kontrolle und die Kraft des Loslassens – kein klassischer Vorlesetitel, aber ein wertvoller Gesprächsanlass. Für Kita, Schule und Büchereien mit pädagogischem Schwerpunkt bei entsprechendem Bedarf gut geeignet.
Elisa Trinks
rezensiert für den Borromäusverein.
Herr Ernst kauft eine Katze
Roksana Jedrzejewska-Wróbel ; aus dem Polnischen von Dorota Stroinska ; illustriert von Adam Pekalski,
Kraus Verlag (2025)
[36] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 5