Vermächtnis einer Fremden
Tom Berger, ein Berliner Ex-Polizist und freiberuflicher Biograf, der Familienbiografien als Ghostwriter für ältere Herrschaften schreibt, erhält unerwartet den Brief einer ihm unbekannten Flora Meininger, die ihn auffordert, umgehend ihren Notar
zu kontaktieren. Dort erfährt er, dass die verwitwete Industriellengattin ihn zum Alleinerben benannt und anschließend einen Suizidversuch unternommen hat. Während sie im Krankenhaus im Koma liegt, versucht Tom Berger näheres über die Frau herauszufinden, die in einer großen Villa in Berlin lebte. Warum hat eine ihm unbekannte Frau ihn zum Alleinerben ernannt? Dabei steigt er immer weiter in seine Vergangenheit und die der ehemaligen DDR hinab. So erfährt er auf seiner Spurensuche, dass Flora Meininger unter Verdacht steht, einen ehemaligen Stasi-Offizier ermordet zu haben. Der Roman beschreibt Toms Recherche hauptsächlich aus dessen Sicht, wechselt immer wieder aber auch zu Flora Meiningers Perspektive und der eines ehemaligen Stasi-Offiziers, der Tom Bergers Spurensuche zu vereiteln versucht, um ein noch größeres Geheimnis zu bewahren und seine eigene Existenz zu sichern. – Spannend wird die Recherchearbeit von Tom Berger mit der DDR-Vergangenheit verwoben. Empfehlenswert.
Helmut Lenz
rezensiert für den Borromäusverein.
Vermächtnis einer Fremden
Alexander Köhl
grafit (2023)
383 Seiten
kt.