Fahrenheit 451
Der in den frühen 1950er-Jahren von Ray Bradbury verfasste Roman "Fahrenheit 451" gehört zu den bis heute bekannten Klassikern der dystopischen Literatur. Bradbury beschreibt das Leben in einem totalitären Staat, in dem der Besitz und die Lektüre
von Büchern verboten sind und die Menschen durch Fernsehkonsum und Drogen zwangsbeglückt werden. Aufgabe der Feuerwehr ist es, Bücher aufzuspüren und zu vernichten; der Titel nimmt Bezug auf die Selbstentzündungstemperatur von Papier. In der Erzählung wachsen beim Protagonisten, dem jungen Feuerwehrmann Guy Montag, zunehmend Zweifel, ob sein Handeln richtig ist. Er gerät in eine existentielle Krise und wird, nachdem er einige Bücher für sich auf Seite geschafft hat, selbst Ziel eines Feuerwehreinsatzes: Bei diesem wendet er sich mit Gewalt gegen seinen Vorgesetzten und muss fliehen. Auf der Flucht gelangt er schließlich zu in den Wäldern außerhalb der Stadt wohnenden Dissidenten, die als lebende Bücher die untergegangene Lesekultur und die Gedankenwelten großer Schreibender bewahren wollen. – Bradburys immer noch hochaktuelle Erzählung, in der jegliches kritische Denken als Gefahr gilt, wurde von dem spanischen Comickünstler Víctor Santos sehr ansprechend und zeitgemäß in eine Graphic Novel umgesetzt. Santos verwendet dabei eine sehr abwechslungsreiche Panelgestaltung und arbeitet mit Abstraktionen und starken grafischen Kontrasten sowie häufig auf das Wesentliche fokussierten Grafiken, die Bradburys Erzähltexte ausgezeichnet in Szene setzen. Ein zeitloser Klassiker, der überall sehr gut angeboten werden kann: Unbedingt empfohlen.
Siegfried Schmidt
rezensiert für den Borromäusverein.
Fahrenheit 451
Victor Santos ; nach dem Roman von Ray Bradbury ; Übersetzung: Silvano Loureiro Pinto
Cross Cult Entertainment GmbH & Co. Publishing KG (2024)
152 Seiten : farbig
fest geb.