Hexagon Bridge
In ferner Zukunft, 4040, startet ein Forscherteam eine Expedition in ein Paralleluniversum, genannt "Die Brücke". Nach einem Kontaktabbruch zur Basis gelten die beiden Kartographen Elena und Jacob als verschollen. Einige Jahre später lässt sich
deren Tochter Adley als "Fernnavigatorin" ausbilden, um gemeinsam mit dem Roboter Staden in der "Brücke" nach ihren Eltern zu suchen. Sie begegnen dem mysteriösen Architekten Gerardus, der mit Jacob die Grenzen der Dimensionen überwindet. Liebhaber:innen von Science-Fiction werden in dieser auf mehrere Bände angelegten Graphic Novel auf ihre Kosten kommen. Die Ideen, miteinander verbundene Handlungsstränge in unterschiedlichen Dimensionen anzusiedeln, die Lokalitäten verschmelzen zu lassen und sogar in Erinnerungen zu reisen, werden dramaturgisch und illustrativ brillant umgesetzt. Das Interesse des Zeichners liegt auf den fantastischen Architektur- und Stadtlandschaften, die vor den Augen der Betrachter:innen emporwachsen oder zu Ruinen zerfallen. Hier werden filmische Momente von großem Reiz erschaffen, die einem über die doch sehr komplexen Geschehnisse hinweghelfen. Als literarische Vorbilder für das labyrinthische Erzählen können Calvino oder Borges ausgemacht werden. Die zeichnerischen Konzepte und Storyboards im Anhang geben einen interessanten Aufschluss über die Entwicklung dieser Arbeit. Diese Reise durch multiple Galaxien bietet also ein spannendes und unterhaltsames Leseabenteuer auf ästhetisch hohem Niveau!
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
Hexagon Bridge
Richard Blake ; Übersetzung: Denis Martynow
Cross Cult Entertainment GmbH & Co. Publishing KG (2024)
140 Seiten : farbig
fest geb.