Beatrice

Die alleinlebende Angestellte Beatrice arbeitet als Verkäuferin in einem großen Kaufhaus. Eines Tages entdeckt sie auf der Straße eine rote Tasche mit einem Fotoalbum. Mittels der Bilder eines glücklichen Paars in den Zwanzigerjahren träumt sie Beatrice sich in die Rolle der ihr ähnlich sehenden Frau hinein. Aufgrund der Fotos sucht sie nach Spuren der Vergangenheit. Nach dem Noir-Krimi „Das große Los“ (in BP/mp nicht besprochen) veröffentlicht Splitter auch Joris Mertens’ Debüt. Wo die spätere Graphic Novel ebenso durch stimmungsvolle Großstadtimpressionen bestach, verzichtete das Debüt des Storyboard-Artists ganz auf Dialoge. Die in Kapitel unterteilte Geschichte über Einsamkeit und den Wunsch nach Ausbruch besticht erneut durch atmosphärische Beobachtungen unter geschickter Einbeziehung der Licht-/Schatten-Momente. Oft stechen nur die in Rot gekleidete Beatrice und die Tasche aus dem Großstadtdunkel heraus, während die Fotos und Traumvisionen ganz in Grau gehalten sind. Durch den Klassiker „Tagebuch einer Verlorenen“ (1929) als symbolischer Verweis lässt sich zudem die Vergangenheit einordnen. Für größere Bestände empfehlenswert.

Gregor Ries

Gregor Ries

rezensiert für den Borromäusverein.

Beatrice

Beatrice

Joris Mertens ; aus dem Niederländischen von Axel Rothkamm
Splitter (2023)

110 Seiten : überwiegend farbig
fest geb.

MedienNr.: 614701
ISBN 978-3-98721-143-0
9783987211430
ca. 25,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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