terminal
Als Unternehmer Gabriel Winter Bilder von grausamen Morden auf sein Handy erhält, trommelt er seine alten Freunde wieder zusammen. 1999 hatte die Gruppe das Undernet als dunkle Seite des Internets entdeckt. Ihre Forschung dokumentierten sie unter
dem Message Board „w0rldtr33“. Als die Seite gehackt wurde, gelang es den Freunden, sie zu versiegeln. Doch nun verübt ein Teenager blutige Morde und postet die Bilder online, was nur den Beginn zahlreicher Untaten darstellt. Zur gleichen Zeit beseitigt eine blonde, tätowierte Killerin alle Täter, Zeugen und Beweise. Die ermittelnden Beamten zeigen sich machtlos. Langsam offenbart sich eine Verbindung zwischen Gabriels Freunden und der Mörderin. Dass sie nackt durch die Straßen streift, erweist sich ähnlich bizarr wie die drastisch dargestellten Morde. Davon abgesehen glückte Horrorspezialist und Eisner Award-Preisträger James Tynion IV („Das Haus am See“) wieder eine packende, sozialkritische Thrillerserie über unheilvolle Kräfte und Missbrauch des Internets sowie negative Auswirkungen sozialer Medien. Spannung entwickelt sich durch die parallel verfolgten, wieder zusammenlaufenden Handlungsstränge. Dabei greift Tynion zu bewährten Motiven wie einer übersinnlichen Gefahr wie in seiner Serie "Something is killing the children" (Bd. 1: BP/mp 21/456) oder die Zusammenführung einer lange versprengten Gruppe wie in Stephen Kings "Es". Fernando Blanco setzt die moderne Schauermär samt Rückblenden in dunklen, teils surrealen, teils monochromen Bildern um.
Gregor Ries
rezensiert für den Borromäusverein.
terminal
text: james tynion iv ; bild: fernando blanco ; aus dem amerikanischen Englisch von Bernd Kronsbein
Splitter (2024)
w0rldtr33 ; band 01
162 Seiten : farbig
fest geb.