Eine Ode an das Meer
Ein Mädchen findet am Strand eine Muschel und hält sie ans Ohr. Doch das Rauschen im Muschelinneren wird zur beängstigenden Stimme des Meereskönigs Neptun. Seine Wut über die Vermüllung der Meere will er nicht länger unterdrücken. Es reicht
ihm und den anderen Meeresbewohnern. Dem kleinen Mädchen werden Kiemen verpasst und dann wird es von einer riesigen Welle in die Tiefen des Ozeans hineingezogen. Aus der Ich-Perspektive erzählt dieses Buch, wie gewaltig die Verschmutzung unter der Meeresoberfläche ist. Der traurige Wal, die verärgerten Aale und der Schwertfisch beklagen ihre Lebensumstände. Das Meer ist zur Müllhalde verkommen, Schuld ist das unersättliche Konsumverhalten der Menschen. Das kleine Mädchen will Neptun besänftigen und gibt ein ernst gemeintes Versprechen: … den Schutz der Umwelt zur Aufgabe zu machen. Die kraftvollen Bilder voller dunkler Anteile werden in ihrer Bedrohung durch den gereimten Text etwas gemildert. Diese Ambivalenz zwischen zarten Zeichnungen, bedrohlichen Szenarien und der aufgeweckten Stimme des Mädchens, machen den Reiz des Bilderbuches aus. Die ökologische Aussage ist unmissverständlich. Unser Planet ist in Gefahr.
Manuela Hantschel
rezensiert für den Borromäusverein.
Eine Ode an das Meer
Pablo Carbonell ; illustriert von Tony Sandoval ; Übersetzung: Joaquim Balada Hartmann
CROCU (2023)
[48] Seiten : farbig
fest geb.