Dieses verdorbene Herz
Nayan widmet seit 30 Jahren sein ganzes persönliches Engagement und seinen beruflichen Ehrgeiz der Gewerkschaftsarbeit in England. Doch seine Konzentration auf die Verbesserung der Arbeiterrechte ist für ihn auch Therapie: Bei einem durch Brandstiftung
verursachten Feuer kamen sein Sohn und seine Mutter ums Leben. Seine Ehe zerbricht daran und der indischstämmige Nayan nimmt aus Familienverpflichtung seinen alten Vater auf und kümmert sich um ihn auch im Alter. Als Nayan für den Gewerkschaftsvorsitz kandidiert, tritt überraschend eine für Diversität, Gleichstellung und Inklusion zuständige Mitarbeiterin mit allen Mitteln gegen ihn an. Während des Wahlkampfes lernt Nayan beim Jogging Helen und ihren Sohn Brandon kennen. Nayan und Helen gehen eine Beziehung ein, Brandon kommt durch Nayan an einen Wunschjob als Koch. Während sich sein Leben durch diese Bindungen etwas stabilisiert, läuft der Wahlkampf zunehmend aus dem Ruder: Seine Gegenkandidatin konfrontiert ihn durch für ihn ungewöhnliche Methoden mit seinen Aussagen. Gleichzeitig entdeckt er durch Hinweise eines ihn befragenden Schriftstellers, dass Helen die Tochter einer ehemaligen Geliebten seines Vaters und wegen sexueller Übergriffe und Rachsucht wohl die Brandstifterin ist. – Sahota erzählt seinen Roman aus den Perspektiven der Hauptperson und mit der des Schriftstellers als Icherzähler. Das macht die Lektüre dieser spannend verwickelten Lebensgeschichte mitunter schwer durchschaubar und gleichzeitig wegen der Mischung aus Selbst- und Fremdsicht besonders interessant. – Für größere Bestände gerne empfohlen.
Rolf Pitsch
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Dieses verdorbene Herz
Sunjeev Sahota ; aus dem Englischen von Ulrike Wasel und [einem weiteren]
GUTKiND (2025)
365 Seiten
fest geb.