Kala
Der irische Küstenort Kinlough ist Schauplatz dieses Romanes. 2003 gehören Helen, Joe, Mush, Kala, Aiden und Aoife zu einer unzertrennlich scheinenden Gruppe Jugendlicher. Kala Lanaan, mutterlos und voll ungestümen Temperamentes, ist das strahlende
Zentrum und die Anführerin dieser Clique, bis sie spurlos verschwindet. Wie betäubt und fassungslos bleiben die Übrigen zurück. 15 Jahre später kehrt Helen widerwillig zu einer Hochzeit nach Kinlough zurück. Joe, mittlerweile ein berühmter Musiker, ist ebenfalls in der Stadt. Und Mush hat es nie aus dem Ort herausgeschafft. Dann werden menschliche Überreste im Wald gefunden und schnell steht fest, es ist Kala. Die drei einstigen Freunde müssen sich nun ihren Schuldgefühlen stellen. Welche Rolle haben sie bei Kalas Verschwinden gespielt? Dieser Roman entfaltet sich aus der Perspektive mehrerer Figuren, deren Einschätzungen, Erinnerungen und Wahrnehmungen sich nicht immer decken. Dieser Effekt wird durch den Zeitwechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart noch verstärkt und hält das Spannungsmoment hoch. Die Auflösung des Rätsels entwickelt sich langsam, aber kontinuierlich. Ein spannendes und zugleich außergewöhnliches Buch, welches nicht nur von seinem Geheimnis lebt, sondern vor allem von der beschriebenen Atmosphäre, den Perspektivwechseln und der langsamen Annäherung an die Wahrheit. Ein literarischer Thriller und fesselndes Debüt. Und ein ähnliches Highlight wie "Der Gott des Waldes" von L. Moore (BP/mp 25/399). Eine Bereicherung für jede Bücherei, deren Leserschaft literarische Thriller schätzt.
Silvia Eilers
rezensiert für den Borromäusverein.
Kala
Colin Walsh ; aus dem irischen Englisch von Andrea O'Brien
GUTKiND (2026)
510 Seiten
fest geb.