Frau Schebesta räumt die Welt auf

Die 14-jährige Lou wohnt mit Vater Torsten ("Trotzki") bei ihrer Uroma Gitte auf einem Dorf nahe Kiel. Der Vater arbeitet als Bestatter, die Mutter hat die Familie verlassen. Lou ist mit dem gleichaltrigen Tjomka aus einer tschetschenischen Familie Frau Schebesta räumt die Welt auf befreundet. Eines Tages kommt Frau Schebesta zu ihnen in die Schule und erzählt von ihrer Tätigkeit als Kampfmittelräumerin. Die Jugendlichen sind davon begeistert und besuchen sie bei der Arbeit. In ihrem "Hauptquartier", dem alten Supermarkt, begegnen sie einem streunenden Hund – Fredi, den sie von nun an aufnehmen. Das Dorf, in dem sie wohnen, soll abgerissen werden. Daher werden die Gebäude untersucht, darunter der alte Supermarkt. Tatsächlich findet sich ein Blindgänger, der vor Ort entschärft oder gesprengt werden muss. Doch dies geht gründlich schief. – Heute noch gefährliche Hinterlassenschaften des Krieges, Traumatisierungen durch Krieg und Gewalt, das Zusammenleben der Generationen, Familien aus unterschiedlichen Herkunftsländern vermengt Malte Borsdorf zu einem Text, der beeindruckt und gerade heute noch oder wieder Aktualität erlangt. Ein kleines, aber feines Buch – für alle Büchereien empfohlen.

Wilfried Funke

Wilfried Funke

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Frau Schebesta räumt die Welt auf

Frau Schebesta räumt die Welt auf

Malte Borsdorf
müry salzmann (2025)

138 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 754533
ISBN 978-3-99014-269-1
9783990142691
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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