Tsunami Blues
Karla ist Trompeterin durch und durch. Sie spielt wütenden Blues und wird darin von ihrer Großmutter und ihrem kubanischen Lehrer Lázaro unterstützt. Die kleinlichen Streitereien ihrer Eltern hat Karla dagegen satt. Trotzdem reist sie mit ihnen
von Tschechien nach Thailand und wird Zeuge, wie der Tsunami alles verwüstet. Auf der Suche nach ihren Eltern irrt Karla von Leiche zu Leiche. Ist es die heilige Mutter Tod, die ihr auch das Wichtigste nimmt, ihre Musik? Karla spielt nicht mehr, sie beginnt, Spanisch zu studieren. Ihre Professorin Jenúfa nimmt sie mit nach Kuba, wo beide zum Spielball eines sehr mächtigen Mannes werden. Doch Karla ist stark und findet ihren eigenen Rhythmus wieder. - Der neue Roman der erfolgreichen tschechischen Autorin ist ein unglaublich dicht geschriebenes Buch. Erst erscheint es fremd, doch man liest sich schnell ein. Pilátová erschafft skurrile Gestalten mit harten Schicksalen, schreibt in leichtem Ton und doch voller Melancholie. Ein faszinierendes Buch, das den Leser mitnimmt in eine ganz eigene Welt. Manche Bilder lassen einen nicht mehr los. (Übers.: Mirko Kraetsch)
Tina Schröder
rezensiert für den Borromäusverein.
Tsunami Blues
Markéta Pilátová
Braumüller (2016)
378 S.
fest geb.