Das Dorf der 13 Dörfer
Der Erzähler der Radioserie "Kalenderblatt", ohnehin auf Kurznachrichten aus dem Alltag programmiert, kehrt wie zu einem langen Spaziergang zurück in das Dorf seiner Kindheit in den 50er Jahren. Er lässt Beruf und Großstadt hinter sich und kehrt
zurück in die Provinz, in der er einst groß wurde. Was ihm dort begegnet, an was er sich aus Kindergarten, Schule und Ausbildung, Familie und Kirche, erinnert, wächst sich aus zu einem Panoptikum besonderer Art. Eine einst gewesene Welt entsteht noch einmal und löst im Leser eigene Erinnerungen aus. Es sind Straßen und Wege, Wiesen und Wälder, Häuser und Kirchen, aber auch Onkel und Tanten, Freunde und Freundinnen, Pfarrer, Lehrer und - last but not least - Lehrerinnen, die auf dem Weg zum Erwachsenwerden wichtig wurden und an die der Erzähler sich uneingeschränkt gerne erinnert und sie mit seinen rührenden Worten wieder zum Leben erweckt. Er kommt des öfteren dabei richtig ins Schwärmen. Private Erinnerungen und kollektives Gedächtnis gehen hier eine eng verschlungene Verbindung ein - die Vergangenheit, die wir erlebten, hat uns zu dem gemacht, wie wir wurden, was wir sind. - Ein Buch voller liebenswerter Erinnerungen an Kindheit und Jugend, mitreißend an einem Stück erzählt. Für viele Leser/innen!
Armin Jetter
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Das Dorf der 13 Dörfer
Gerhard Köpf
Braumüller (2017)
240 S.
fest geb.