Uli Hoeneß
Wenn man als Leser das Buch zur Hand nimmt, wird vermutlich die erste Polarisierung stattfinden: Die einen sehen diese sport- und wirtschaftspolitische Persönlichkeit des öffentlichen Lebens extrem negativ, die anderen werten die vielen positiven
Fakten so sehr auf, dass sie den Menschen Uli Hoeneß fast als über den Gesetzen stehend einordnen. In der Einleitung kommt man aber schon zu der Erkenntnis, dass sich der Autor wirklich bemüht, den ganzen Menschen objektiv zu zeigen und keinesfalls zu einem der beiden Pole zu tendieren. Er versucht, den Menschen Uli Hoeneß anhand von charakteristischen Stichpunkten zu erfassen. Diese sind auch die Überschriften der einzelnen Kapitel: Ehrgeiz, Glück, Geld, Wille, Aufstieg, Macht und Fall. Dabei geht er nicht chronologisch vor, sondern orientiert sich an seinen Überschriften. Rückblicke auf die Kindheit wechseln sich ab mit Ereignissen aus der Karriere als Fußballer und der Geschäftswelt des Fußball-Managers. In dieser Form geht der Autor auch an seine anderen Kapitel heran. Im letzten mit dem Titel "Fall" geht er aus von den vielen Erfolgen des Uli Hoeneß und schildert dann, wie es zur Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung kam, wie es dann Schritt für Schritt zum Prozess und letztendlich zur Verurteilung zu dreieinhalb Jahren Gefängnis kam. - Das Buch ist nicht nur für Fans des Uli Hoeneß, sondern auch für seine Kritiker durchaus lesenswert. Vielleicht entsteht dann so etwas wie eine Mitte zwischen den Polen in der Beurteilung. Dem Journalisten Juan Moreno ist dies weitestgehend sehr gut gelungen.
Gerd Fleder
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Uli Hoeneß
Juan Moreno
Piper (2014)
278 S.