Helgoland (aus Foto von Maik Tautz auf Unsplash)
Helgoland © Foto von Maik Tautz auf Unsplash

Liebt die Welt und lebt das Leben

zum 100. Geburtstag von James Krüss

„Irgendwo ins Grüne Meer / hat ein Gott mit leichtem Pinsel / lächelnd, wie von ungefähr, / einen Fleck getupft: die Insel“

Auf dieser Insel erblickt am Nachmittag des 31. Mai 1926 ein Junge das Licht der Welt, der einmal zu den bekanntesten Schriftstellern gehören und „seiner“ Insel ein literarisches Denkmal setzen wird.

Helgoland und James Krüss sind untrennbar miteinander verbunden, hier verbrachte er eine glückliche, unbeschwerte Kindheit inmitten seiner Großfamilie. Dabei wird ihm seine Liebe zum Dichten und Geschichtenerzählen bereits in die Wiege gelegt, auch seine Mutter dichtete gerne. Krüss wird später in seinem Leben einmal sagen, dass er es ihr zu verdanken hat, dass er Dichter geworden ist. Großen Einfluss hatten aber sicherlich auch die Geschichten und Gedichte, die einer seiner Urgroßväter © Erbengemeinschaft Krüss beim gemeinsamen Hummerfischen zum Besten gab. In dem 1960 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichneten „Mein Urgroßvater und ich“ flossen u. a. diese Kindheitserinnerungen auf das Schönste mit ein. 16-jährig verlässt James die Insel, um auf dem Festland den Beruf des Lehrers zu erlernen, meldet sich freiwillig zur Wehrmacht und wird zum Kampfpiloten ausgebildet. Im August 1944 wird Krüss an die Front abberufen, und auch wenn er eher am Rande des Geschehens blieb, haben ihn die Kriegserlebnisse und später die lange Heimkehr von der Lausitz bis nach Cuxhaven durch das zerstörte Deutschland zu Fuß und per Fahrrad nachhaltig geprägt. Mit seinen Gedichten und Erzählungen wollte er deshalb zu einer menschenfreundlicheren und gerechteren Welt beitragen. Nachdem er sich endgültig vom Lehrerberuf verabschiedet hat, wird er in München heimisch. Hier entstehen auch viele seiner bekanntesten Werke. Allen voran der Kinderroman „Timm Thaler oder das verkaufte Lachen“, der seine Popularität nicht zuletzt diversen Verfilmungen zu verdanken hat und auch heute nichts von seiner Aktualität verloren hat. Doch München wird nicht Krüss’ letzte Station sein. Ihn, „den gelernten Insulaner“, zog es wieder auf eine Insel. Seine letzten 30 Jahre verbrachte er gemeinsam mit seinem Lebensgefährten Dario auf Gran Canaria, wo er 1997 starb.

James Krüss ist unbestritten einer der bekanntesten deutschen Schriftsteller, mit einer immensen Breitenwirkung. Daher wundert es nicht, dass es zu seinem 100. Geburtstag eine Vielzahl von Veranstaltungen gibt, auf Helgoland ebenso wie in der Internationalen Jugendbibliothek in München, wo sein literarischer Nachlass liegt. Zum Jubiläum gibt es zudem eine ganze Reihe Neuauflagen seiner Werke, bisher Unveröffentlichtes, eine wunderbare Biografie für Kinder und ein von James Krüss inspirierter Gedichtband, für den sich unter der Regie von Uwe-Michael Gutzschhahn 6 weitere Lyriker:innen auf Helgoland trafen. Eine wunderbare Hommage an James Krüss, der Reime, Wortwitz und Sprachspielereien liebte. Und er liebte Helgoland, von dem er einmal sagte: „Auf dieser kleinen Insel habe ich das Leben erlernt.“

„Und dann hat er gut gelaunt, / Menschen diesen Fels gegeben / Und den Menschen zugeraunt: / Liebt die Welt und lebt das Leben.“

James Krüss in Berg am Starnberger See © Erbengemeinschaft Krüss

Mehr zu James Krüss

Jubiläumsseite

Auf der Suche nach den glücklichen Inseln (PDF) – Beitrag zum 90. Geburtstag, BiblioTheke 1/2016, S. 4-9

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