Die Haiteks oder Was kostet die Welt
James Krüss ist aus der literarischen Landschaft nicht wegzudenken. Anlässlich des 100. Geburtstages erscheint erstmals ein bisher unveröffentlichter 35 Jahre alter Text. Das kleine Büchlein verhandelt in einem intensiven Zusammenspiel von Versen
und Prosa Konsum-, Kapitalismus-, Gesellschafts- und Umweltkritik. Der Titel „Haiteks“ bezeichnet den Entwicklungsstand der Technik, den wir unter Hightech verstehen. Krüss verfasst eine seherische Kritik mit den Risiken blinder Technikgläubigkeit. Von den kleinen Maschinen bis hin zur bestimmenden Macht der Technik und der Entfremdung von der Natur, teilt sich die Gesellschaft in Unter- und Oberschicht, in der das Geld die Hauptrolle spielt. Bis dahin, dass der Einsturz kurz bevorsteht. „Bald gibt es nur Asche noch und Rauch. Und von uns Menschen auch.“ Der Text liest sich am Anfang wie ein Märchen „Es war einmal“. Jedem Kapitel ist ein Gedicht vorangestellt und offenbart in den folgenden sieben Kapiteln, dass es kein Märchen ist, so wird es im Untertitel explizit genannt. Gewohnt scharfzüngig kann man sich beim Lesen des Erschreckens nicht erwehren, wenn man 35 Jahre später unsere Nutzung mit den digitalen Plattformen und KI betrachtet. – Mit einem Vorwort von Tilman Spreckelsen und den vortrefflichen Zeichnungen ist dieses schmale Büchlein eine lohnende und zum Nachdenken anregende Lektüre für Jugendliche und Erwachsene.
Manuela Hantschel
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Haiteks oder Was kostet die Welt
James Krüss ; mit Illustrationen von Jörg Asselborn
Verlag Friedrich Oetinger (2026)
59 Seiten : Illustrationen
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 12