Die Beschützerin

Kurz vor der Beerdigung ihrer Mutter, die nach einer schweren Krankheit stirbt, meldet sich Shannas Jugendliebe Valet, der die Zechensiedlung Marat im Donbass vor Jahren verlassen hat, bei ihr. Was kaum einer weiß: Valet ist im Auftrag der Moskauer Die Beschützerin Regierung zurück, um den Aufstand in der Ostukraine voranzubringen. Er träumt aber auch davon, sich Shanna, die er schon so lange begehrt, gefügig zu machen. Als Freischärler ein Passagierflugzeug abschießen, setzen die Toten, die vom Himmel fallen, die lange Reihe der Opfer der Vergangenheit fort, deren Überreste im Schacht 3/4 ruhen; jüdische Opfer der Nazis ebenso wie die während der Sowjetherrschaft getöteten Menschen. – Lebedews Roman stellt die leidvolle, eng mit Russland verknüpfte Geschichte der Ukraine, die Herrschaft von Krieg und Diktatur, in den Mittelpunkt des Beziehungsgeflechtes der einfühlsam gezeichneten Figuren, aus deren Perspektiven er die Handlung erzählt. Der Abschuss eines Passagierflugzeuges im Juli 2014 über dem Osten der Ukraine knüpft dabei an die Opfer der Vergangenheit an, die in Gestalt des 'Ingenieurs' lebendig werden, der im Schacht 3/4 verschüttet liegt. Das Buch ist eine Auseinandersetzung mit Fragen der Ethik, der Menschlichkeit und der Verantwortung für das eigene Handeln. – Empfehlenswert!

Walter Brunhuber

Walter Brunhuber

rezensiert für den Borromäusverein.

Die Beschützerin

Die Beschützerin

Sergej Lebedew ; aus dem Russischen von Franziska Zwerg
S. FISCHER (2025)

255 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 623498
ISBN 978-3-10-397521-5
9783103975215
ca. 26,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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