Autobiografie meines Körpers

"Eine Mutter ist diejenige, trotz der man existiert, eine Mama ist diejenige, dank der man existiert." Das behauptet Tochter Lize, die jahrelang "Mutter" gesagt hat, um die Distanz, die es zwischen ihnen gab, anderen gegenüber sichtbar machen zu können. Autobiografie meines Körpers Der Roman erzählt davon, wie, wann und warum sie schließlich zu "Mama" wechselt. Nachdem Agnes ihren vier erwachsenen Kindern die Diagnose "metastasierter Speiseröhrenkrebs" eröffnet hat, verändern sich die Beziehungen der Familienmitglieder untereinander. Die Eltern lassen sich nach 40 Ehejahren scheiden, die Geschwister rücken näher zusammen. Bislang ist die Mutter auf eigensinnige Art und Weise mit Problemen umgegangen: Auf keinen Fall Hilfe von anderen suchen. Nun ist sie auf die ihrer Kinder angewiesen. Diese erinnern sich an Zeiten der Fürsorge und Zuwendung, aber auch an Phasen der Ablehnung und Vernachlässigung, als die Alkoholsucht der Mutter den Familienalltag bestimmte. Das Verlorenheitsgefühl der Tochter führt zu der Frage, welchen Platz sie der Mutter in ihrem Leben eingeräumt hat und wie sie die verbliebene Zeit mit ihr gestalten möchte. Es ist ein mutiger, ehrlicher und schonungsloser Roman, der für alle Bestände empfohlen werden kann.

Gertrud Plennert

Gertrud Plennert

rezensiert für den Borromäusverein.

Autobiografie meines Körpers

Autobiografie meines Körpers

Lize Spit ; aus dem Niederländischen von Helga van Beuningen
S. FISCHER (2025)

397 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 623499
ISBN 978-3-10-397561-1
9783103975611
ca. 26,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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