Nebel und Feuer

Eine Frau steht mitten in der Nacht nackt auf dem Fenstersims ihrer Berliner Wohnung im 5. Stock. Die Künstlerin Johaenne wurde von ihrem Mann verlassen. Sie fühlt sich ohne ihn verloren und hat keine Kraft mehr. Sie zweifelt längst an ihrem Entschluss, Nebel und Feuer sich hinunterzustürzen, als nächtliche Spaziergänger von unten rufen, ob alles in Ordnung sei. Völlig entkräftet und unterkühlt geht sie in ihre Wohnung zurück. Sie packt ein paar Sachen zusammen und verlässt die Wohnung mitsamt ihren Erinnerungen. Sie flieht in das kleine abgeschiedene Waldhaus, das sie von ihrem Vater geerbt hat. In dem Waldhaus tauchen nun nach und nach Frauen in Notsituationen auf. Zu Ayo, der Pianistin von Johaennes Band, gesellen sich noch Jay, die Frau eines gewalttätigen Kioskbesitzers, und ihre Kollegin Shenmi. Ein merkwürdiger Nebel bedeckt große Teile Europas, während schreckliche Waldbrände in Griechenland wüten und Ostafrika von einer Heuschreckenplage heimgesucht wird. Für die Frauen wird das kleine Haus im Wald zum Rückzugsort, in dem sie sich auf das, was ihnen Rückhalt gibt, besinnen. Sie diskutieren über Feminismus, über Männer, über Freundschaft, weibliche Solidarität und Musik. Nach Auflösung des Nebels wird das Quartett gestärkt in den Alltag zurückkehren. – Das Romandebüt der Schauspielerin Katja Riemann ist nachdenklich, gleichzeitig aber auch komisch und apokalyptisch. Lesenswert.

Susanne Emschermann

Susanne Emschermann

rezensiert für den Borromäusverein.

Nebel und Feuer

Nebel und Feuer

Katja Riemann
S. FISCHER (2025)

304 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 621208
ISBN 978-3-10-397589-5
9783103975895
ca. 25,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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