Zwei Bärinnen
In einem Dorf im Norden Israels besucht eine Historikerin die Lehrerin Ruta, um sie über die Geschichte des Jischuw, über die Einwanderung der Juden vor der Staatsgründung zu befragen. Nach und nach erzählt Ruta ihre Familiengeschichte, geprägt
von Mord und Rache, die an das Alte Testament erinnert. Sie berichtet von der Ankunft, mit Leiterwagen, Gewehr, Kuh, Baum und Frau - genau in dieser Reihenfolge. Vom Schicksalsjahr 1930, in dem es im Dorf drei Selbstmorde gab, von denen einer jedoch ein kaschierter Mord war. Ihr Großvater hatte vom Ehebruch seiner Frau erfahren und kurzerhand den Nachbarn erschossen. Als seine Frau ein Kind bekommt, lässt er es verhungern. Das werden nicht die letzten Schicksalsschläge in der Familie bleiben. - Der bekannte israelische Schriftsteller Meir Shalev hat einen wuchtigen, einen fesselnden, wenn auch nicht immer leicht zu konsumierenden Roman geschrieben, der eine archaische Welt voller Schuld und Sühne schildert. Allen Büchereien sehr empfohlen. (Übers.: Ruth Achlama)
Gudrun Eckl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Zwei Bärinnen
Meir Shalev
Diogenes (2014)
456 S.
fest geb.