Die fabelhafte Geschichte von Herrn Leopold, der schweben konnte
Schon als Baby kann Leopold vom Boden abheben, sodass man seine Windeln mit Sandsäcken beschwert, damit er nicht davonschwebt. Das Schweben bringt ihm durchaus Vorteile und er genießt es, die Um- und Mitwelt jedoch kann nichts damit anfangen und
unterbindet seine besondere Begabung zunehmend. Man beschwört die Gefahren, nötigt ihn zur Anpassung und belastet ihn mit allerlei Schwerem – angeblich nur zur Sicherheit und nur vorübergehend. Sein Gesicht, das in den ersten Lebensjahren noch strahlte und leuchtete, wirkt zunehmend resigniert und gebrochen. So geht sein Leben dahin und das Gefühl, etwas verloren zu haben, verlässt ihn nie – bis er auf Mathilda trifft! Das kleine Mädchen schwebt mit aller Selbstverständlichkeit auf ihn zu und seine Erinnerung erwacht. Geduldig hilft sie ihm, die lange vermisste Fähigkeit wieder zu entwickeln, und irgendwann stellt sich das Schwebegefühl wieder ein. Ob es ein Wunder ist oder an der Leichtigkeit der Gedanken liegt, bleibt für alle Beteiligten offen, aber das es wundervoll ist, bestätigt Leopold mit folgenden Worten: "Eigentlich konnte ich es schon immer. Ich hatte nur vergessen, wie es sich anfühlt, unbeschwert zu sein. Vielleicht ist Schweben einfach das Gegenteil von Festhalten". – Diese fantasievolle, in ausdrucksstarken Illustrationen umgesetzte Geschichte ist ein wunderbarer, nachhaltiger Impuls für Kinder ab 4-5 Jahren, vor allem aber ist sie eine Parabel auf das menschliche Leben und hervorragend auch für Erwachsene geeignet. Sehr nachdrücklich empfohlen.
Birgit Karnbach
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die fabelhafte Geschichte von Herrn Leopold, der schweben konnte
Rebecca Gugger & Simon Röthlisberger
NordSüd (2026)
[48] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 4