Das Leben meiner Schwester
Das Leben von Mathilde wird von einem Tag auf den anderen auf den Kopf gestellt, als sich ihr Freund Etienne von ihr trennt. Aus der souveränen Lehrerin wird ein Nervenbündel, das nur schwer die Fassade aufrecht halten kann. Als es in der Schule
zu einem Eklat kommt und sie ihre Wohnung verliert, bietet ihr ihre Schwester Agathe an, dass sie zu ihr ziehen kann. Für Agathe, ihren Mann Frédéric und der kleinen Lili eine Belastung, ist die Wohnung doch nicht sehr groß. Wieder und wieder schafft Mathilde es, Agathe dahingehend zu manipulieren, dass diese sich verantwortlich für sie fühlt. Als Mathilde immer neidischer auf die kleine Familie wird, eskaliert die Situation. – Ein verstörendes Psychogramm einer Frau, die es nicht schafft, sich von den Depressionen nach einer gescheiterten Beziehung zu befreien. Sie projiziert ihre Situation auf ihre Umwelt und stößt damit alle vor den Kopf, bis sie fast allein dasteht. Die Eskalation ist zu erahnen, allerdings nicht in ihrer fatalen Konsequenz. Durchaus keine leichte Kost, aber empfehlenswert.
Angela Hagen
rezensiert für den Borromäusverein.
Das Leben meiner Schwester
David Foenkinos ; aus dem Französischen von Christian Kolb
Penguin Verlag (2024)
187 Seiten
kt.